Der bewusst wahrgenommene Atem

Die Luft, die wir aufnehmen, wird durch die für unser Leben notwendigen Wandlungsprozesse zu unserem Atem. Er begleitet uns von der Geburt bis zum letzten Atemzug. Atem und Erleben stehen in enger psycho-somatischer Wechselbeziehung. Unser Atem weist über uns hinaus und ist doch gleichzeitig ein körperliches Geschehen. Für alle Wege der Meditation und Kontemplation, ob im westlichen oder östlichen Kontext ist die Bedeutung der Übung im Atem zentral.

 

 

Atemtherapie 

Im Mittelpunkt steht der Mensch in seiner körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Dimension. Atemtherapie - nach der Schule Herta Richter-  ist dabei weder Psychotherapie noch Krankheitsbehandlung, sondern ein ganzheitlicher Weg der vom Vertrauen in das Innerste des Menschen ausgeht, von seinem Wesen.  Die achtsame Hinwendung zum Atem möchte die Grundlagen für ein Heimkommen zu sich selbst fördern. Dazu gehört die Schulung der Empfindungsfähigkeit und Wahrnehmung, das Erspüren von Mitte, den Grenzen, dem eigenem Maß, die Fähigkeit zu vertrauen und sich dem Fluß des Lebens zu überlassen, die Öffnung in das Geistige hinein und vieles mehr. Die zentrale "Methode" dieses, nach meiner persönlichen Arbeitsweise in erster Linie kontemplativen Weges, ist die Hingabe an das Atemgeschehen, ist ein gemeinsames Sich-zur-Verfügung-Stellen von Atemschülerin und Atemlehrerin, das sich immer neu vom Atemgeschehen beschenken und berühren lässt.

 

 

Die Arbeit mit dem Atem findet in vielen Bereichen Anwendung: 

unter anderem:

  • bei Erschöpfungszuständen
  • im Bereich von Psychoonkologie und Rehabilitation
  • im Bereich Psychosomatik
  • bei Ängsten, Zwängen, depressiven Verstimmungen
  • bei der Geburtsvorbereitung und Sterbebegleitung
  • bei Trauerprozessen und in Zeiten der Neuorientierung
  • als Hinführung zur Achtsamkeit und Kontemplation
  • als Zugang zu einer Spiritualität des Körpers
  • als eigenständiger Weg der Meditation

!  Bei körperlichen oder psychischen Krankheitsbildern ist immer eine ärztliche Diagnosestellung und Behandlung der Symptome Voraussetzung

für die ganzheitlich unterstützende Arbeit mit dem Atem. Die Wirkung der Atemtherapie beruht auf Erfahrung, sie ist nicht durch

wissenschaftliche Studien im Sinne der Schulmedizin erwiesen. Atemtherapie gehört somit in den Bereich der Komplementärmedizin.

Ich weise darauf hin, dass der Arbeit mit dem Atem keinerlei Heilungsversprechen zugrunde liegt !

 

 

Bild: mhartl

                     

Setting:

Meine Arbeitsweise beinhaltet vier Elemente, die meinen persönlichen Hintergrund als Religionspädagogin, Heilpraktikerin (beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie) und Atemtherapeutin verbinden und die ich Ihnen je nach Bedarf zusammen oder einzeln anbieten kann:

 

 

Atembehandlung:

Zentrale Elemente einer Behandlung sind Wahrnehmung, Begegnung, die Haltung des Lauschens und das Vertrauen in die  Wirkung des Atems im Zustand der Entspannung. Sie liegen angekleidet und von einer Decke umhüllt auf der Behandlungsliege. Durch achtsame Berührung in einfühlsamer und wertschätzender Atmosphäre kann sich ein nonverbaler Dialog zwischen den Händen der Behandlerin und Ihrem Atem entwickeln. Die Hände antworten der Atembewegung zum Beispiel mit kleinen anregenden Druckimpulsen oder Dehnungen, unterstützen mit Haltegriffen oder laden den Atem ein, sich Raum zu nehmen. Das anschließende verbale Gespräch dient der Bewusstmachung und Vertiefung des in der Stille Erfahrenen.


Psychologische Begleitung:
Aussprache über aktuelle Lebensfragen, Konflikte, Ängste, Trauer oder Altlasten der Vergangenheit.

Meine Gesprächsgrundlage ist ein ganzheitliches Menschenbild, das im Sinne der humanistischen Psychotherapieverfahren beim Heilen und Gesunden des Menschen ansetzt und seinen inneren Ressourcen traut. Ihr Ziel ist es durch einfühlsames Zuhören das "Mitgebrachte" wahrzunehmen und zu suchen, was dem Leben dient.

 

Spirituelle Begleitung:

Geistliche Begleitung und Aussprache auf der Grundlage des christlichen Glaubens über Lebens- und Glaubensfragen, Trauerbegleitung, sowie wertschätzende Begleitung existentieller Prozesse und nicht konfessionell geprägter spiritueller Erfahrungen. Ziel ist es, die Spuren Gottes im eigenen Leben zu erkennen und Heilsames, Wegweisendes und Sinngebendes für sich zu finden. Weitere mögliche Inhalte: Einbeziehung christlicher Rituale, Hinführung zu möglichen Wegen christlicher Kontemplation, Meditation und verschiedener Gebetsweisen.

 

Die Arbeit in der Gruppe:

Einfache Körperübungen in Verbindung mit der Achtsamkeit für den Atem. Hier wird mit Bewegung und Stimme gearbeitet und im Liegen, Sitzen, Stehen und Gehen geübt. Dabei können eine Vielzahl von Lebensthemen angesprochen werden, wie der tragende Grund, die Basis, der persönliche Raum und seine Grenzen, Hintergrund und Vordergrund, Spannung und Lösung, Druck und Widerstand, Halt und Unsicherheit, die Verbindung von Innenraum und Außenraum usw.  Das anschließende Gespräch dient der bewussten Auseinandersetzung mit dem eigenen Erleben.       

 

         

   

      

 bilder: mhartl